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Aktuell: Die Kirchenchronik der Parochie Altschlawe 1908-1933

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Als eines der stattlichsten, größten und ältesten Bauerndörfer des Kreises Schlawe liegt Altschlawe etwa drei Kilometer nordöstlich der Kreisstadt, hart am Rande des breiten Wiesentales der Wipper. Schon der Name des Ortes enthält einen Hinweis auf das hohe Alter und die einstige Bedeutung des Dorfes. 

 

Hugo Gosch 1925

 

 

 

Geografie/Lage

 

Altschlawe, Bauerndorf, 3 km nordöstlich der Kreisstadt Schlawe an der Straße nach Stolpmünde.  

 

Mittelpunkt des 2 km langen Dorfes: auf einer Anhöhe gelegene Kirche aus dem 15. Jahrhundert umgeben vom Friedhof. 

 

Im Süden: Wiesengelände am Fluss Wipper etwa 15 in ü. d. M. anschließend leicht ansteigende Ackerfläche und Kiefernwald. 

 

Von Westen und Norden: Ackerland, landschaftlich Geestcharakter, um 30 in ü. d. M. 

 

Im 0sten: Heidelandschaft; an der Straße nach Stolpmünde, kurz nach Ortsausgang liegt der Altschlawer See. 

 

Eisenbahnlinien: Stettin - Schlawe - Danzig südlich der Wipperwiesen; Schlawe - Stolpmünde nördlich mit Bahnhof Coccejendorf, der zu Altschlawe gehörte. 

 

Straßen: Kreisstraße Schlawe - Stolpmünde; Gemeindestraße Altschlawe - Coccejendorf. 

 

Nachbargemarkungen: Süden und Osten: Alt Warschow und Freetz, Westen und Norden: Schlawe, Staatsforst, Coccejendorf, Deutschrode, Stemnitz.

 

 

 

Siedlungsform

 

Das Dorf zählt zu den großen Angerdörfern. Es wurde an der Straße von Schlawe nach Stolpmünde in südwestlich nach nordöstlicher Richtung hin angelegt. Dabei war ursprünglich die nordöstliche Seite eine geschlossene Häuserzeile, während die südwestliche Seite durch die in die Trift und zum Friedhof führende Wege sowie durch die Bebauung durch Kirche, Schule und Gasthof und die daran anschließende Straße nach Coccejendorf zergliedert war. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts erfolgte die gleichmäßige Besiedlung des Dorfes beidseitig entlang der Straße nach Stolpmünde.

 

 

 

Verwaltung/Politische Gliederung

 

Gemeinde Altschlawe

Regierungsbezirk Köslin, Kreis Schlawe, Amtsgericht Schlawe, Landgericht Stolp

Gemeindevorsteher (1928): Wilhelm Böttcher, Nachfolger Reinhold Witt  

Standesamt (1928): Wilhelm Böttcher

Schöffen (1928): August Schwolow, Richard Schwolow, Reinhold Witt

 

 

 

Landwirtschaft und Handwerk

 

Das wirtschaftliche Leben war bestimmt von Landwirtschaft und Handwerk. Die Gemeinde hatte im Jahre 1939 35 landwirtschaftliche Erbhöfe und 85 landwirtschaftliche Kleinbetriebe. Daneben gab es folgende Handwerksbetriebe:

 

Bäcker: Franz Pramschüfer

Brunnenbauer: Paul Böttcher

Fleischer: Wilhelm Fenske

Gärtnerei: Paul Jeske

Gasthof: Wilhelm Garbe

Geldinstitut: Ländliche Spar- und Darlehnskasse EGmbH, Reinhold Nehring

Gemischt- und Kolonialwaren: Reinhold Witt

Hebamme: Berta Wiedeberg

Maurermeister: Hermann Tietz

Molkerei: Molkerei EGmbH, Verwalter Markus Dohrn

Mühle: Max Mademann

Mühlenbauer: Franz Mademann

Schmiede: Wilhelm Warschkau, Gustav Westphal

Schneider: Otto Kujath, Erich Selke, Wilhelm Vehlow

Schuhmacher: Erich Böttcher, Hermann Bottin

Stellmacher: Gustav Kohlhoff, Albert Neitzel

Tischler: Erich Herzog, Hans Himmer, Otto Sielaff, Otto Tietz

Wassermühle: Friedrich Rottke, Freetzer Gemarkung

Ziegelei: Anton Vanselow, Freetzer Gemarkung

Zimmermeister: Erich Nehring

 

 

Ausschnitt aus der Topographischen Karte 1:25.000 (Messtischblatt) Nr. 1665 Karwitz und 1666 Schlawe (1935/38)

 

 

 

Fläche und Einwohner

 

Fläche der Gemeinde Altschlawe (1931): 1.087,1 Hektar

 

 

Jahr

Einwohner

1795

374

1818 411

1864

987

1867

1.060

1871

997

1885

978

1895

1.046

1905

910

1925

844

1933

913

1939

852

 

 

 

Flurnamen

 

Nördlich von Altschlawe, südlich der Straße nach Coccejendorf: Stadtfeld, neue Wiesen, Bärenwinkel, Kesselberg, Querkawel, Schlumpffeld, Waldplan

Nördlich der Straße nach Coccejendorf: Sandhufen, Seefeld, Taukarre beiderseits der Kreisstraße

Südlich von Altschlawe: Koppelwiesen, Radewiesen, Bullenwiesen, Bültwiesen, Sandberg, Fuchswinkel, die großen Wiesen, Hausbruch, Heidberg, Bärenberg, Schwarzer Berg

 

Ausschnitt aus der Topographischen Karte mit den Altschlawer Flurnamen

 

 

 

 

Vereine

 

Gesangverein: Die Leitung des Gesangvereins lag bis 1933 bei Hauptlehrer Hermann Papenfuß. 

Danach wurde Lehrer Alfred Schimmel Chorleiter

Posaunenchor: Der Posaunenchor war zusammengesetzt aus Altschlawern, Freetzern und Stemnitzern. 

Die Chorleitung hatte Pastor Paul Hollatz.

Sportverein: Den Sportverein leitete Paul Böttcher.

Kriegerverein: Der Kriegerverein wurde nach dem 1. Weltkrieg von Veteranen gegründet.

 

 

 

 

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Copyright © Mathias Sielaff, Januar 2002